Magnetresonanz: Lange Wartezeiten in ganz Österreich

Es gibt in ganz Österreich zum Teil lange Wartezeiten auf Magnetresonanzuntersuchungen für Kassenpatienten mit akut nicht bedrohlichen, aber chronischen/schmerzhaften Beschwerden.

Das hat eine Umfrage von Testpersonen des Vereins für Konsumenteninformation mit 366 versuchten Terminvereinbarungen in 61 Radiologieinstituten ergeben. Termine auf Privatkosten gibt es demnach zum Teil deutlich früher.

"Wir wollten wissen, wie lange Patienten in Österreich trotz vorliegender ärztlicher Überweisung auf eine MRT-Untersuchung warten müssen", heißt es im "Konsument". Deshalb wurden im Rahmen der Untersuchung 61 Radiologieinstitute in allen Bundesländern kontaktiert und je sechs Mal auf Termine angesprochen. Vorgegeben "wurden immer Erkrankungen (...), die zwar nicht als akut einzustufen sind, jedoch aufgrund von Schmerzen oder eingeschränkter Beweglichkeit eine nicht unerhebliche Behinderung im Alltag bedeuten. In unserem Fall waren dies etwa ein Bandscheibenvorfall oder Knieschmerzen", wurde das Prozedere zusammengefasst.

Bis zu 92 Tage Wartezeit

Während in den vergangenen Monaten die Frage der Wartezeiten für Kassenpatienten auf MRT-Untersuchungen, die speziell bei orthopädischen Erkrankungen oft die beste Aussage zulassen, vor allem in Wien diskutiert worden ist, weist die Umfrage auf ein gesamtösterreichisches Problem hin. Die Hauptergebnisse laut VKI: "In 27 Instituten bekamen unsere Testpersonen im Durchschnitt innerhalb von 21 Tagen einen Termin (in einem Fall in Tirol sogar binnen zwei Tagen; Anm.). (...) In weiteren 23 Instituten ergab sich eine durchschnittliche Wartezeit zwischen drei und fünf Wochen. Acht Einrichtungen ließen unsere Tester zwischen sechs und acht Wochen schmoren, und in drei Instituten muss der Patient mit neun oder mehr Wochen rechnen (am längsten war die Wartezeit in einem Institut in Kärnten mit 92 Tagen; Anm.)."

Bis zu 550 Euro für Privatpatienten

Seit längerem wird auch heftig darüber diskutiert, dass auf Privatkosten offenbar solche Untersuchungen zum Teil mit deutlich kürzeren Wartezeiten erhältlich sind. Um dem nachzugehen, fragten die Testpersonen nach einem Privattermin, wenn die Wartezeit sonst mehr als 14 Tage betragen hätte. Der VKI hat dazu folgende Beobachtungen gemacht: "28 Institute, also fast die Hälfte der kontaktierten, gingen darauf ein. Teilweise verkürzte sich die Wartezeit um mehrere Monate." Verlangt worden wären für eine Untersuchung zwischen 130 und 550 Euro.

Die APA befragte dazu den Hauptverband der Sozialversicherungsträger. "Für mich ergeben sich zwei Erkenntnisse aus der Erhebung des Vereins für Konsumenteninformation zur Frage der Wartezeiten. Wir haben Wartezeiten unterschiedlicher Länge in allen Bundesländern. Zweitens zeigt die Umfrage des VKI, dass es einige Institute nicht notwendig haben, mit Privatzahlungen ihren Umsatz zu erhöhen, aber dass es sehr wohl bei einigen gängige Praxis ist", sagte Berhard Wurzer, stellvertretender Generaldirektor des Hauptverbandes. Die Situation stelle sich sehr komplex und von Einrichtung zu Einrichtung sehr unterschiedlich dar.

"Frequenz-Deckel" als Ursachen

Bei den Radiologen sieht man die Ursachen in einer jährlich zahlenmäßig limitierten ("Deckelung" der Ausgaben) und zu wenig mit der medizinischen Entwicklung gehenden Anpassung der damit ermöglichten Häufigkeit von MRT-Untersuchungen ("Frequenzen") durch die Krankenkassen. Franz Frühwald, stellvertretender Bundesfachgruppenobmann der Radiologen, sagte: "Wir haben einen Zuwachs bei den Frequenzen bei der Magnetresonanz von jährlich fünf bis sieben Prozent. 'Das ist der medizinische Fortschritt. (...) Unsere Frequenz-Deckel erhöhen sich für die Jahre 2014 bis 2018 jeweils um rund zwei Prozent pro Jahr. Da haben wir aber immer noch eine klaffende Schere zwischen dem möglichen Anstieg der Frequenzen und dem medizinisch erforderlichen Frequenz-Zuwachs von fünf Prozent." In Österreich werden derzeit von den Krankenkassen rund hundert Millionen Euro im Jahr für solche Untersuchungen bezahlt. 2014 gab es davon rund 650.000.

Auch für den Patientenombudsmann der Wiener Ärztekammer und ehemaligen Obmann der Wiener Gebietskrankenkasse, Franz Bittner, liegt es an der Vereinbarung: "Das ist ein schlechter Vertrag. Die Institute 'strecken' die Untersuchungen dadurch über das Jahr hinweg." Es liege in der Natur von Unternehmen, dass sie nicht nach Erreichen eines Limits gratis arbeiten könnten. "Noch schlechter machte es aber für die Patienten, dass die Chefarztpflicht für die MRT-Untersuchungen abgeschafft worden ist (z.B. bei der Wiener Gebietskrankenkasse; Anm.). Das führt automatisch zu einer Vermehrung der Untersuchungen."

http://www.nachrichten.at/


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