Europas dicke Kinder

Übergewicht ist in Europa bei Kindern so verbreitet wie nie zuvor. Eine neue Studie beleuchtet die Ursachen. Zwei Linzer Experten analysieren die Ergebnisse.

Forscher in acht europäischen Ländern begleiteten 16.000 Kinder und nahmen ihre Gewohnheiten unter die Lupe. "Die Häufigkeiten von Fettleibigkeit und Übergewicht bei europäischen Kindern verharren auf einem beispiellosen Niveau", heißt es in dem Bericht, über den Spiegel-Online informiert. Demnach waren in Deutschland 16,5 Prozent der Kinder im Alter von zwei bis zehn Jahren übergewichtig. In Belgien lag der Anteil mit 9,5 Prozent am niedrigsten, in Italien mit 42 Prozent am höchsten. In allen Ländern waren Mädchen eher betroffen als Buben.

Kinder positiv beeinflussen

Die Wissenschaftler beschränkten sich jedoch nicht auf eine Bestandsaufnahme, sondern machten sich auf die Suche nach den Ursachen. Wie sehr oft bei gesundheitlichen Problemen, spielen viele verschiedene Faktoren eine Rolle. In der unten stehenden Aufzählung finden Eltern zehn Ansatzpunkte, wie sie die Gesundheit ihres Nachwuchses positiv beeinflussen können. Zwei Experten nehmen Stellung zu den Studienergebnissen: Marianne Tammegger, Diätologin und Studiengangleiterin an der Fachhochschule für Gesundheitsberufe Linz sowie Christian Schicker vom Medcampus IV Linz (ehemals Kinderklinik Linz).

"Eltern sind heute meist berufstätig, und es muss schnell gehen. Da wird oft zu Fertiggerichten gegriffen. Doch selbst zu kochen ist eine der wichtigsten Maßnahmen, um Kinder – und Erwachsene – vor Übergewicht zu schützen", sagt Schicker. "Wer etwas für die Ernährung der Kinder tun möchte, sollte mehr Gemüse in den Speiseplan integrieren – möglichst auch im Kindergarten und in der Schule. Aber eines ist klar: Es muss gut schmecken. Dann gewöhnen sich Buben und Mädchen an gesunde Ernährung", so Tammegger.

Die Energiedichte des Essens ist bei Kindern zu hoch

Wie viele Kalorien liefern 100 Gramm Essen dem Körper? "Bei gemischter Kost sind es 125 Kalorien pro 100 Gramm, bei Fastfood doppelt so viel", sagt Tammegger. Man darf also von Fastfood nur halb so viel essen, wie von gesundem Essen. "Gerade Fertigprodukte enthalten viel Fett und Zucker und demnach eine hohe Energiedichte. Stehen sie vermehrt am Speiseplan, wirkt sich das negativ aus", sagt Schicker.

Kinder essen so ungesund wie ihre Eltern

"Kinder sind das Spiegelbild der Eltern. Was vorgegeben wird, machen sie nach", sagt Schicker. Deshalb gibt es nur einen Weg, Kinder zu gesunder Ernährung zu bewegen, nämlich es vorzuleben. "Gewohnheiten werden sehr früh geprägt" so Tammegger. Deshalb: schon während der Schwangerschaft – falls nötig – die Essgewohnheiten umstellen.

Freunde sind auch negative Vorbilder

Der Banknachbar hat einen Schokoriegel dabei? Ungesunde Essgewohnheiten schauen sich Kinder laut der neuen Studie eher ab, als wenn die Freunde gesund leben. "Gesundes Essen kann man aber aufbereiten, etwa Obst als Obstsalat", sagt Tammegger. "Wer als Kind gesund gelebt hat, wird das nicht vergessen. Jugendliche Unvernunft ist nur eine Phase", so Schicker.

Fernsehwerbung zieht magisch an

Mindestens 80 Prozent der befragten Kinder erkundigen sich laut der neuen Studie zumindest manchmal nach Lebensmitteln, die sie in einer Fernsehwerbung gesehen haben. "Die Helden der Werbung stellen meistens Lebensmittel mit hoher Energiedichte vor", sagt Schicker. "Werbung ist wie die umgekehrte Ernährungspyramide – Süßes wird am meisten beworben. Man sollte auch ganz gezielt für Gesundes im TV werben", sagt Tammegger.

Schon bei den Kleinen spielt die Psyche eine Rolle

Wer Probleme mit Freunden oder in einer Gruppe hat, entwickelt laut der Untersuchung häufiger Übergewicht. Auch Belohnmechanismen werden schon früh bedient. "Wer seinem Kind eine Schokolade gibt, wenn es traurig ist, trainiert genau das Falsche", sagt Tammegger. "Bindungsstörungen in der Familie zeigen sich oft in zu viel oder zu wenig Essen. Das führt dann zu Übergewicht oder Bulimie", sagt der Diätologe.

Auch zu wenig Schlaf kann dick machen

Kinder unter sechs Jahren sollten elf bis zwölf Stunden schlafen, Volksschulkinder mindestens zehn Stunden. Wer zu wenig schläft, riskiert dick zu werden. "Da spielen die Hormone eine Rolle. Wer wenig schläft, neigt laut Untersuchungen auch zu ungesünderen Lebensmitteln", erklärt Tammegger. "Es gibt Zusammenhänge zwischen Schlaf und Übergewicht. Ich sehe das aber nicht als wichtigste Ursache", sagt Schicker.

Sind andere dick, wirkt auch das eigene Kind nicht übergewichtig

Bewegt sich das eigene Kind in einem Umfeld, in dem viele Kinder übergewichtig sind, werden ein paar Kilos zu viel nicht so tragisch gesehen. Anders bei dünnen Freunden: Da sticht das Problem gleich ins Auge. "Wenn ich in der Masse mitschwimme, wo das Thema nicht so wichtig genommen wird, wird das Problem oft nicht ernst genug genommen", so Schickinger.

Kinder von wenig gebildeten Eltern essen ungesünder

Kinder aus benachteiligten Familien sind besonders oft übergewichtig. Ein wichtiger Faktor dabei ist die Bildung. "Was Eltern über Ernährung wissen, hat in vielen Fällen mit ihrer Bildung zu tun. Auch das Einkaufs- und Kochverhalten ist dann oft anders. Frisch zu kochen ist auf jeden Fall positiv. Doch das kostet Zeit und Geld", erklärt Schicker. "Auch das Einkommen spielt dabei eine zentrale Rolle. Billige Speisen sind öfter süß und fettig als hochwertige Lebensmittel", sagt Diätologin Tammegger.

Buben und Mädchen bewegen sich zu wenig

Sport und Bewegung spielt für die meisten Kinder im Gegensatz zu früher eine untergeordnete Rolle. "Da hat sich viel zum Negativen geändert. Früher waren Kinder viel draußen", sagt Tammegger. "TV, Handy, Tablet, Computer: Heute gibt es ein Überangebot an Freizeitbeschäftigungen mit körperlicher Inaktivität wie nie zuvor. Dadurch kommt es zu einer hohen Diskrepanz von Energieaufnahme und Verbrennung. Kinder haben auch verlernt, sich selbst zu beschäftigen, man muss sie scheinbar ständig motivieren", sagt Schicker.

Zu viel Fleisch und Milchprodukte, zu wenig Gemüse

Gemüse, Früchte, Nüsse, Getreide und Fisch – die Mittelmeerdiät hat sich in skandinavischen Ländern vielerorts durchgesetzt und wird für weniger Übergewicht, Diabetes und Herzkreislauf-Erkrankungen verantwortlich gemacht. Diese Ernährung kommt mit wenig Fleisch und Milchprodukten aus. "Im Süden ist der Gemüsekonsum traditionell doppelt so hoch wie in Mitteleuropa. Dass sich etwa italienische Kinder nicht mehr so ernähren, zeigt dort der hohe Anteil an Übergewichtigen", sagt Tammegger.

http://www.nachrichten.at/


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