Die neue Wahrheit über Cholesterin

Während in der Bevölkerung die Rolle von Cholesterin bei der Entwicklung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen noch immer nicht ganz ernstgenommen wird, hat sich in der Forschung viel getan. Der Innsbrucker Genetiker Hans Dieplinger klärt auf.

Über lange Zeit hinweg war das „böse“ LDL-Cholesterin bloß verdächtig, Herz-Kreislauf-Erkrankungen hervorzurufen. Eier sollte man weglassen, Butter gegen Margarine tauschen, auf Wurst und Käse verzichten und dafür Medikamente – Statine – schlucken. Bald schon war von der „Cholesterin-Lüge“ die Rede, von einem geschickten Marketing-Schachzug, der den Pharmafirmen Geld in die Kassen spülen sollte. Heute seien jedoch alle Zweifel ausgeräumt, von der „Cholesterin-Lüge“ könne keine Rede mehr sein, sagt Hans Dieplinger von der Sektion für Genetische Epidemiologie an der Universität Innsbruck. Unter seiner Präsidentschaft hat die Österreichische Atherosklerosegesellschaft Anfang Juni den Kongress der Europäischen Atherosklerosegesellschaft in Innsbruck ausgerichtet.

Risiko ist belegt

„Früher war es eine Hypothese. Heute ist die Kausalität bewiesen. Ein erhöhter Cholesterinspiegel führt zu Atherosklerose und damit zu Herz-Kreislauf-Erkrankungen.“ Mit einem Beispiel verdeutlicht Dieplinger: Ein Normalgewichtiger mit normalem Blutdruck und ohne Diabetes, aber mit familiärer Hypercholesterinäme (FH) – erblich bedingter zu hoher LDL-Cholesterinspiegel – wird im Schnitt mit 50 Jahren einen Herzinfarkt haben, wenn die Krankheit nicht erkannt und behandelt worden ist. „Das Cholesterin ist also ursächlich für den Herzinfarkt verantwortlich.“

Doch egal, ob nun ein erblicher oder ein ernährungsbedingter zu hoher Cholesterinspiegel vorliegt, das Risikobewusstsein sei noch nicht in der Bevölkerung angekommen. „Hohe Zuckerwerte werden im Vergleich zu Cholesterin noch immer als schädlicher betrachtet. Geschätzte 30.000 Menschen in Österreich leiden an FH. 80 bis 90 Prozent der Betroffenen wissen das gar nicht.“

Mittlerweile mussten aber auch jene Verfechter des Cholesterinsenkens, die sich gegen den Eier-Konsum starkgemacht haben, ihre strikte Position zurücknehmen. „Wenn man nicht pausenlos cholesterinhältige, tierische Nahrungsmittel isst, dann kann der Körper das leicht abbauen. Zwei Hühnereier am Wochenende machen gar nichts. Man soll nur nicht über das Ziel hinausschießen“, sagt der Experte. „Der Großteil des LDL wird von den eigenen Körperzellen gebildet. Die Nahrung macht gerade einmal 20 Prozent aus.“

Neue Antikörper-Therapie

Wer also mit Diät seinen Cholesterinspiegel nicht in den Griff bekommt, der wird – v. a. wenn noch weitere Atherosklerose-Risikofaktoren (Rauchen, Übergewicht, Bluthochdruck, Diabetes) vorliegen – nicht um Medikamente herumkommen. Und davon gibt es seit 2015 neue: PCSK9-Inhibitoren. Das sind Antikörper, die zusätzlich zu den Statinen zweiwöchentlich als Injektion verabreicht werden können.

„Statine erhöhen die Bildung von LDL-Rezeptoren, die das schädliche LDL abtransportieren und so seine Konzentration im Blut verringern. Gleichzeitig erhöhen sie aber auch die des Proteins PCSK9.“ Dieses sorgt aber dafür, dass der LDL-Rezeptor nicht mehr ausreichend zur Verfügung steht und ebenso abgebaut wird. In einem funktionierenden Cholesterinkreislauf würde der Rezeptor jedoch wiederverwendet werden und erneut LDL aufnehmen können. Die Antikörper hemmen die Bildung von PCSK9 und „verhelfen so zu perfektem Recycling“. Gerade FH-Patienten würden diese Therapie laut Dieplinger dringend brauchen. „Damit kann man Leben retten. Je früher man damit anfängt, umso besser.“

Genetisch: Wenn in der Familie hohe Cholesterinwerte bekannt sind und Familienmitglieder bereits Ereignisse wie Schlaganfall oder Herzinfarkt hatten, dann ist es möglich, dass eine erblich bedingte (familiäre) Hypercholesterinämie (FH) vorliegt. Eine genetische Untersuchung des Bluts gibt darüber Aufschluss. In solchen Fällen sollte laut Experte Hans Dieplinger bereits früh mit der Einnahme von Medikamenten begonnen werden, auch wenn im Kinder- und Jugendalter noch kein extrem erhöhter Cholesterinspiegel messbar ist.

Neue Medikamente: PCSK9-Inhibitoren sind in Österreich noch nicht zur Vorbeugung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen gedacht. Die Kassen übernehmen die hohen Therapiekosten (etwa 10.000 Euro pro Patient und Jahr) derzeit nur bei Patienten, die bereits einen Herzinfarkt oder Schlaganfall erlitten haben. Anders in Spanien, Großbritannien und den Niederlanden: Dort werden die Injektionen laut Dieplinger auch FH-Patienten und anderen Risikopatienten bezahlt.

Register: Die Österreichische Atherosklerosegesellschaft ist seit 2015 mit dem Aufbau eines Registers für familiäre Hypercholesterinämie (FH) beschäftigt. Darin sollen alle Patienten aufgenommen werden, die an einer klinisch oder genetisch bestätigten FH leiden. Klinische Anzeichen sind: hohe LDL-Cholesterinwerte über 190 mg/dl, familiäre Häufung und möglicherweise gelbliche, in der Haut sichtbare Cholesterinansammlungen unter den Augen oder an den Knien.

Grenzwerte: In den Leitlinien zur Vorbeugung von atherosklerotischen Folgeerkrankungen ist festgelegt, dass Risikopatienten und all jene, die bereits einen Herzinfarkt oder Schlaganfall erlitten haben, ihren LDL-Cholesterinwert idealerweise auf 70 mg/dl senken sollten. Diesen Wert zu erreichen, ist laut Experten Hans Dieplinger mit Diät alleine kaum möglich und auch mithilfe von Statinen oft schwierig. Seit 2015 gibt es zur Wirkungsverbesserung PCSK9-Inhibitoren.

Natürliche Senker: In der Natur kommen laut Hans Dieplinger statinähnliche Stoffe zum Beispiel in fermentiertem (vergorenem) roten Reis aus China vor. Dieser ist hierzulande in Kapselform erhältlich. „Der Wirkungsmechanismus ist derselbe wie bei den Statinen, sie sind nur etwas schwächer.“ Das Herzinfarkt-Risiko könne man noch zusätzlich mit der Einnahme von Omega-3-Fettsäuren, die v. a. in Fisch und Schalentieren enthalten sind, senken und indem man jeden Tag eine Handvoll Nüsse isst.



http://www.tt.com/


Zurück zur News-Übersicht

mehrGratis-Impfung gegen Krebs wird zu wenig genützt

Arzt startet gemeinsam mit prominenten Oberösterreichern eine Initiative für die HPV-Impfung...  

mehrGrippe: Ein Linzer entwickelt neuen "Universalimpfstoff"

Immunologe Peter Palese arbeitet an völlig neuer Grippeimpfung....  

mehrPatienten, die aufgeben, sterben viel früher

Tod folgt laut britischen Wissenschaftlern in vielen Fällen schon innerhalb von drei Wochen...  

Weitere aktuelle Beiträge
  • Image 5

    Interessante Apotheken in Österreich:


    Hofapotheke Salzburg

    Gegründet 1591, ist die „Alte fürst - erzbischöfliche Hofapotheke“ die älteste noch bestehende Apotheke Salzburgs.
    ZUR WEBSITE
  • Image 5

    Interessante Apotheken in Österreich:


    Jakobus Apotheke Asten

    Bei Fragen zu Arzneimitteln, Impfungen, Bachblüten, Homöopathie und Kosmetik steht ein kompetentes Team zur Verfügung.
    ZUR WEBSITE
  • Image 5

    Interessante Apotheken in Österreich:


    Apotheke "Zum Biber"

    Die Apotheke "Zum Biber" ist eine kleine Landapotheke in Weyer mit einigen Besonderheiten und viel Charme.
    ZUR WEBSITE
  • Image 5

    Interessante Apotheken in Österreich:


    Landschaftsapotheke Baden

    Neben Homöopathie, Kosmetik oder Teemischungen berät Sie das Team der Apotheke auch bei Fragen zur gesunden Ernährung.
    ZUR WEBSITE
  • Image 5

    Interessante Apotheken in Österreich:


    Apotheke zur Hl. Jungfrau Obernberg

    Der ganzheitliche Mensch steht im Mittelpunkt. Diesen so anzunehmen wie er ist, ihm zuzuhören und Lösungen zu finden, die ihm entsprechen, ist der Anspruch an die Aufgabe der Apotheke.
    ZUR WEBSITE
  • Image 5

    Interessante Apotheken in Österreich:


    Adler Apotheke Salzburg

    Das hochqualifizierte Team steht als Ihr Ansprechpartner für Beratung über Arzneien, Gesundheitsvorsorge und nicht zuletzt Kosmetik und Hautpflege mit hervorragenden Markenprodukten zu Ihrer Verfügung.
    ZUR WEBSITE
  • Image 5

    Interessante Apotheken in Österreich:


    Arnika Apotheke Puch

    Ob es nun um Fragen zur traditionellen europäischen Medizin, die passende Auswahl der hauseigenen Kosmetik oder eine Beratung zu den selbst hergestellten Nahrungsergänzungsmitteln geht: Das Apotheken-Team steht Ihnen stets mit Rat und Tat zur Seite.
    ZUR WEBSITE
  • Image 5

    Interessante Apotheken in Österreich:


    Kronen-Apotheke Oberwart

    Zu den Dienstleistungen der Apotheke in Oberwart zählen unter anderem eine Antlitzanalyse nach Dr. Schüßler sowie eine Aromatherapie mit ätherischen Ölen. Das Team der Kronen-Apotheke steht Ihnen bei Fragen gerne zur Verfügung!
    ZUR WEBSITE
  • Image 5

    Interessante Apotheken in Österreich:


    Panther Apotheke Stainach

    Das Panther Apothekenteam, eine Mischung aus langjährigen Mitarbeitern, Quereinsteigern und jungen Kollegen, freut sich, die Anliegen der Kunden der Panther Apotheke kompetent, freundlich und engagiert zu behandeln.
    ZUR WEBSITE
  • Image 5

    Interessante Apotheken in Österreich:


    Kristall Apotheke Bramberg

    Das Team ist stets bemüht, die Kunden in allen Gesundheitsfragen bestmöglichst zu beraten. Das engagierte Team klärt nicht nur über Wirkung, Einnahmevorschrift oder Wechselwirkungen von Arzneimitteln auf, sondern informiert auch über alternative Heilmethoden.
    ZUR WEBSITE
  • Image 5

    Interessante Apotheken in Österreich:


    Donau Apotheke Linz

    Im März 2000 wurde in der Holzstrasse 15 die Donau Apotheke eröffnet. Mit Stolz präsentiert der Apotheker Mag. pharm. Harald Buchrucker heute seine Apotheke.
    ZUR WEBSITE
  • Image 5

    Interessante Apotheken in Österreich:


    Cella Apotheke Bad Zell

    Die Cella Apotheke ist Ihr Gesundheitsdienstleister in Bad Zell, mit den Schwerpunkten Bachblüten, Schüssler Salze, Homöopathie, TEM, Aromatherapie sowie Sonnenmoor.
    ZUR WEBSITE
  • Image 5

    Interessante Apotheken in Österreich:


    Apotheke Kleinmünchen

    2006 wurde das Haus mit seiner markanten Rundfassade in der Dauphinestraße gegenüber dem Einkaufszentrum von Sparkasse und Apotheke Kleinmünchen errichtet und hat sich zu einem kleinen Gesundheitszentrum entwickelt.
    ZUR WEBSITE
  • Image 5

    Interessante Apotheken in Österreich:


    Marien Apotheke

    Das Team der Marien Apotheke ist für Sie da, damit Sie jederzeit das richtige Medikament in der richtigen Dosierung erhalten. Weiters wird eine Gesundheitsberatung und Gesundheitsvorsorge durch individuelle Information angeboten.
    ZUR WEBSITE
  • Image 5

    Interessante Apotheken in Österreich:


    Apotheke Leonhofen

    Ob Aromatherapie, Blutdruckmessung, Reisevorsorge, Impfberatung, Kosmetik, Homöopathie oder Schüssler Salze - das Team der Apotheke in Leonhofen steht Ihnen gerne zur Beratung zur Verfügung.
    ZUR WEBSITE
  • Image 5

    Interessante Apotheken in Österreich:


    Südstadt Apotheke

    Zu den Dienstleistungen der Apotheke in Maria Enzersfeld zählen unter anderem Bachblüten Beratungsgespräche sowie Schüssler Salze Antlitzanalysen.
    ZUR WEBSITE