Das Gift lauert im Kürbis

Wenn Zucchini oder Kürbisse bitter schmecken, heißt’s ausspucken. Denn das so genannte Cucurbitacin kann zu schlimmen Vergiftungen führen. Zwei Experten klären auf.

Ein giftiger Zucchiniauflauf kostete einem deutschen Pensionisten vor zwei Wochen das Leben. Seither häufen sich bei Reinhard Länger von der österreichischen Agentur für Lebensmittelsicherheit (AGES) die Anfragen besorgter Gemüseesser. „Sie haben etwa Angst, dass ihnen auch der Verzehr eines bitteren Salats schaden könnte“, erzählt der Pharmazeut. „Das Problem ist jedoch nur mit Gewächsen aus der Familie der Kürbisse, also Zucchini, Melonen, Gurken und eben Kürbissen, assoziiert.“ Was aber ist das eigentliche Problem? Diese Pflanzen können Cucurbitacine enthalten, spezielle Pflanzeninhaltsstoffe, die bitter schmecken und giftig sind. Dass man allerdings so viel davon essen kann, bis Erbrechen, Durchfall oder sogar der Tod eintreten, ist für den Pflanzengiftexperten nicht zu erklären: „Den Giftstoff schmeckt man nämlich sofort beim Reinbeißen.“ Und dann spuckt man das Stück wohl in hohem Bogen aus. Früher allerdings wurden Koloquinten – sie sehen aus wie kleine Kürbisse und sind Cucurbitacin-Bomben – freiwillig verzehrt – als drastisches Abführmittel.

Aber heute? In Bayern mussten heuer fünf Personen nach einer Cucurbitacin-Überdosis im Krankenhaus behandelt werden. Bei der österreichischen Vergiftungszentrale gibt es Anfragen bezüglich bitterer Zucchini, die zu Erbrechen und Durchfall geführt haben. Aber: „Wir haben keine Aufzeichnung darüber bzw. wüssten nicht, dass ein Anrufer nach dem Verzehr einer bitteren Zucchini später verstorben wäre. Uns stellt sich die Frage, woran der Mann in Deutschland wirklich verstorben ist“, heißt es auf Anfrage. Häufiges Erbrechen und Durchfall können schließlich unabhängig von der Ursache zu gesundheitlichen Problemen führen.

Auch Wolfgang Palme sind die Vergiftungsfälle ein Rätsel. Der Gemüseexperte leitet den Fachbereich Gemüsebau an der Höheren Bundeslehr- und Forschungsanstalt für Gartenbau Schönbrunn und bekennt: „Dass der Bitterstoff so dramatische Auswirkungen haben kann, wusste ich bislang nicht.“

 

Dass das Gift überhaupt in die Zucchini gelangen kann, ist das Ergebnis zufälliger Kreuzungen innerhalb einer Kürbisart. Drei Arten werden unterschieden: Art 1, zu der Zucchini, Zierkürbis oder steirischer Ölkürbis gehören, Art 2, der u. a. der Hokkaido zugeordnet wird und Art 3 mit dem Moschus- oder Butternusskürbis. Über Artgrenzen hinweg funktionieren Kreuzungen nur schlecht, aber: Eine Zucchini kann sich mit dem ungenießbaren, cucurbitacinhaltigen Zierkürbis kreuzen, indem etwa eine Biene zuerst auf der Zierkürbisblüte in Nachbars Garten landet und dann die Zucchini im eigenen Beet bestäubt.

Im ersten Jahr wirkt sich diese Verkreuzung noch nicht negativ aus. Problematisch wird jedoch das Saatgut, das aus der neuen Kreuzung gewonnen wird. Um wilden Fremdbefruchtungen vorzubeugen, rät Palme: „Wer seine eigenen, sicheren Zucchini gewinnen will, muss selbst bestäuben. Das ist eine eigene Fertigkeit, lohnt sich aber, wenn man auf der sicheren Seite sein will.“

Das gilt auch für Kürbisse oder Zucchini, die wild am Kompost oder über den Gartenzaun wuchern. Ist die Frucht durch eine ungebetene Verkreuzung bitter, hat man die Pflanze umsonst wachsen lassen. Also lieber gleich vorsorgen.

Ein heißer Sommer verstärkt die Bildung der Cucurbitacine zusätzlich: Durch die Trockenheit gerät die Pflanze unter Stress und bildet ihre typischen Eigenschaften noch stärker aus. Mit den Bitterstoffen wehrt sie sich gegen Fressfeinde.

Palmes Tipp: „Ich kann bereits am Anfang der Wuchsphase ein Keimblatt meiner Zucchini ausreißen und kosten, ob es bitter schmeckt. Wenn ja, die Pflanze am besten gleich ausreißen. Doch Vorsicht: Was nicht bitter schmeckt, kann noch bitter werden.“

Angst vor „Killer-Kürbissen“ braucht aber niemand zu haben, sind sich die beiden Pflanzenexperten einig. Man könne schließlich sichere Samen kaufen oder gleich auf eine Frucht aus dem Handel zurückgreifen. „Oder Sie testen das Gemüse aus Ihrem Garten vor dem Essen. Denn eine leichte Bitterkeit kann durch Gewürze überdeckt werden, und die Hitze kann den Giftstoffen ja nichts anhaben“, empfiehlt Länger.


In jedem Fall gilt: Vertrauen Sie Ihrer Zunge! Einen bitteren Zucchiniauflauf aus Höflichkeit hinunterzuwürgen, kann im schlimmsten Fall mit einer dramatischen Lebensmittelvergiftung im Krankenhaus enden.

http://www.tt.com/


Zurück zur News-Übersicht

mehrCornflakes fehlen viele gesundmachende Vitamine

Laut Forschern gehen bei Herstellung die meisten Wertstoffe verloren ....  

mehrApotheker warnen vor Fälschungen

Gesundheits- und Arzneimittelkompetenz der Kunden soll verbessert werden....  

mehrNeue Augentropfen heilen Grünen Star im Schlaf

Cannabis-Medikament wird deutlich besser als bisher aufgenommen...  

Weitere aktuelle Beiträge
  • Image 5

    Interessante Apotheken in Österreich:


    Hofapotheke Salzburg

    Gegründet 1591, ist die „Alte fürst - erzbischöfliche Hofapotheke“ die älteste noch bestehende Apotheke Salzburgs.
    ZUR WEBSITE
  • Image 5

    Interessante Apotheken in Österreich:


    Jakobus Apotheke Asten

    Bei Fragen zu Arzneimitteln, Impfungen, Bachblüten, Homöopathie und Kosmetik steht ein kompetentes Team zur Verfügung.
    ZUR WEBSITE
  • Image 5

    Interessante Apotheken in Österreich:


    Apotheke "Zum Biber"

    Die Apotheke "Zum Biber" ist eine kleine Landapotheke in Weyer mit einigen Besonderheiten und viel Charme.
    ZUR WEBSITE
  • Image 5

    Interessante Apotheken in Österreich:


    Landschaftsapotheke Baden

    Neben Homöopathie, Kosmetik oder Teemischungen berät Sie das Team der Apotheke auch bei Fragen zur gesunden Ernährung.
    ZUR WEBSITE
  • Image 5

    Interessante Apotheken in Österreich:


    Apotheke zur Hl. Jungfrau Obernberg

    Der ganzheitliche Mensch steht im Mittelpunkt. Diesen so anzunehmen wie er ist, ihm zuzuhören und Lösungen zu finden, die ihm entsprechen, ist der Anspruch an die Aufgabe der Apotheke.
    ZUR WEBSITE
  • Image 5

    Interessante Apotheken in Österreich:


    Adler Apotheke Salzburg

    Das hochqualifizierte Team steht als Ihr Ansprechpartner für Beratung über Arzneien, Gesundheitsvorsorge und nicht zuletzt Kosmetik und Hautpflege mit hervorragenden Markenprodukten zu Ihrer Verfügung.
    ZUR WEBSITE
  • Image 5

    Interessante Apotheken in Österreich:


    Arnika Apotheke Puch

    Ob es nun um Fragen zur traditionellen europäischen Medizin, die passende Auswahl der hauseigenen Kosmetik oder eine Beratung zu den selbst hergestellten Nahrungsergänzungsmitteln geht: Das Apotheken-Team steht Ihnen stets mit Rat und Tat zur Seite.
    ZUR WEBSITE
  • Image 5

    Interessante Apotheken in Österreich:


    Kronen-Apotheke Oberwart

    Zu den Dienstleistungen der Apotheke in Oberwart zählen unter anderem eine Antlitzanalyse nach Dr. Schüßler sowie eine Aromatherapie mit ätherischen Ölen. Das Team der Kronen-Apotheke steht Ihnen bei Fragen gerne zur Verfügung!
    ZUR WEBSITE
  • Image 5

    Interessante Apotheken in Österreich:


    Panther Apotheke Stainach

    Das Panther Apothekenteam, eine Mischung aus langjährigen Mitarbeitern, Quereinsteigern und jungen Kollegen, freut sich, die Anliegen der Kunden der Panther Apotheke kompetent, freundlich und engagiert zu behandeln.
    ZUR WEBSITE
  • Image 5

    Interessante Apotheken in Österreich:


    Kristall Apotheke Bramberg

    Das Team ist stets bemüht, die Kunden in allen Gesundheitsfragen bestmöglichst zu beraten. Das engagierte Team klärt nicht nur über Wirkung, Einnahmevorschrift oder Wechselwirkungen von Arzneimitteln auf, sondern informiert auch über alternative Heilmethoden.
    ZUR WEBSITE
  • Image 5

    Interessante Apotheken in Österreich:


    Donau Apotheke Linz

    Im März 2000 wurde in der Holzstrasse 15 die Donau Apotheke eröffnet. Mit Stolz präsentiert der Apotheker Mag. pharm. Harald Buchrucker heute seine Apotheke.
    ZUR WEBSITE
  • Image 5

    Interessante Apotheken in Österreich:


    Cella Apotheke Bad Zell

    Die Cella Apotheke ist Ihr Gesundheitsdienstleister in Bad Zell, mit den Schwerpunkten Bachblüten, Schüssler Salze, Homöopathie, TEM, Aromatherapie sowie Sonnenmoor.
    ZUR WEBSITE
  • Image 5

    Interessante Apotheken in Österreich:


    Apotheke Kleinmünchen

    2006 wurde das Haus mit seiner markanten Rundfassade in der Dauphinestraße gegenüber dem Einkaufszentrum von Sparkasse und Apotheke Kleinmünchen errichtet und hat sich zu einem kleinen Gesundheitszentrum entwickelt.
    ZUR WEBSITE
  • Image 5

    Interessante Apotheken in Österreich:


    Marien Apotheke

    Das Team der Marien Apotheke ist für Sie da, damit Sie jederzeit das richtige Medikament in der richtigen Dosierung erhalten. Weiters wird eine Gesundheitsberatung und Gesundheitsvorsorge durch individuelle Information angeboten.
    ZUR WEBSITE
  • Image 5

    Interessante Apotheken in Österreich:


    Apotheke Leonhofen

    Ob Aromatherapie, Blutdruckmessung, Reisevorsorge, Impfberatung, Kosmetik, Homöopathie oder Schüssler Salze - das Team der Apotheke in Leonhofen steht Ihnen gerne zur Beratung zur Verfügung.
    ZUR WEBSITE
  • Image 5

    Interessante Apotheken in Österreich:


    Südstadt Apotheke

    Zu den Dienstleistungen der Apotheke in Maria Enzersfeld zählen unter anderem Bachblüten Beratungsgespräche sowie Schüssler Salze Antlitzanalysen.
    ZUR WEBSITE